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Vorsorge: Die Brust selbst abtasten

Ergänzend zur Brustkrebs-Früherkennung beim Arzt können Frauen ihren Busen auch selbst auf Veränderungen untersuchen. So geht's
von Heidi Loidl / Dr. Roland Mühlbauer, aktualisiert am 21.03.2017

Ein Knoten in der Brust kann, muss aber nicht auf Brustkrebs hinweisen

Fotolia/Uwe Groetzner

Einen Knoten in der Brust entdecken Frauen oft selbst – ganz zufällig beim Duschen oder Eincremen. Oder indem sie als Früherkennungsmaßnahme den eigenen Busen bewusst abtasten. Hinter einer solchen Veränderung können gutartige, aber auch bösartige Krankheitsbilder wie Brustkrebs stecken.

Manche Experten stehen der Selbstuntersuchung kritisch gegenüber. Weil sie sich nicht nachweisbar auf die Brustkrebssterblichkeit auswirke, sei die Selbstuntersuchung überholt. Durch das selbstständige Abtasten würden außerdem zu viele gutartige Knoten entdeckt. Das führe zu unnötiger Angst und überflüssigen Gewebeentnahmen. Tatsächlich sinkt die Sterblichkeitsrate durch das selbstständige Abtasten der Brüste nicht messbar. Das kann unter anderem daran liegen, dass tastbare Tumoren oft nicht mehr wirklich "klein" sind. Und weil außerdem die biologischen Eigenschaften eines Tumors entscheidender für den Krankheitsverlauf sein können als seine Größe.

Gespür entwickeln für Veränderungen der Brust

Dennoch kann die Selbstuntersuchung zu einem besseren Gespür für Veränderungen des eigenen Körpers führen. Und sie schafft ein größeres Bewusstsein für das Thema Vorsorge, wodurch Frauen unter Umständen auch das empfohlene gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm öfter nutzen.

Aus diesen Gründen empfehlen die deutschen Fachgesellschaften nach wie vor, ab dem 25. Lebensjahr einmal im Monat die Brust im Spiegel bei guten Lichtverhältnissen anzuschauen und abzutasten. Durch den frühen Beginn und die Regelmäßigkeit sollen sich die Frauen an die Eigenschaften des Brustdrüsengewebes gewöhnen, sodass sie Veränderungen frühzeitig erkennen können. Die Selbstuntersuchung sollte auf den Zyklus abgestimmt stets zum gleichen Zeitpunkt erfolgen, beispielsweise am vierten bis sechsten Zyklustag.

Mit anderen Untersuchungen kombinieren

Die Selbstuntersuchung sollte nicht andere Maßnahmen ersetzen – wie die Teilnahme am Mammografie-Screening – sondern ergänzend erfolgen. Gehen Sie – neben dem routinemäßigen Früherkennungscheck – beim kleinsten Verdacht auf Brustkrebs zur Ärztin oder zum Arzt.

Abtasten im Liegen:

Brustuntersuchung

Von oben nach unten untersuchen: So lassen Sie nichts aus

W&B/Ulrike Möhle

Benutzen Sie die flach aufgelegten Kuppen der mittleren drei Finger, um die Brust möglichst flächendeckend abzutasten. Arbeiten Sie sich in engen senkrechten Bahnen vom Brustbein bis zur Achselhöhle vor. Arbeiten Sie zunächst nicht mit zu viel Druck. Kreisen Sie an jeder Stelle dreimal in der Größe einer Münze. Mit jedem Kreis drücken Sie etwas stärker und erfassen so möglichst alle Schichten der Brust.

Untersuchen Sie ebenso Ihre Achselhöhlen und die Schlüsselbeingegend. Bei der Untersuchung der Achselhöhle sollte der Arm der untersuchten Seite nicht gehoben werden, damit sich die Strukturen nicht anspannen und Sie besser Veränderungen ertasten können. Achten Sie auf tastbare Verhärtungen oder Verdickungen. Sie sind sich dabei unsicher? Bitten Sie Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt um Hilfe.

Betrachtung vor dem Spiegel:

Beantworten Sie in jeder der sieben Positionen (siehe Bildergalerie) folgende Fragen:

  1. Feine Unterschiede zwischen beiden Brüsten sind normal. Haben sich diese in letzter Zeit verstärkt?
  2. Ist die Oberfläche von Brust, Achselhöhle oder Schlüsselbeingrube an einer Stelle eingezogen oder nach außen gewölbt? Ist ein Arm etwas angeschwollen?
  3. Zieht sich die Brustwarze neuerdings nach innen oder richtet sie sich anders aus? Sondert sie ein Sekret ab?
  4. Bemerken Sie einen Ausschlag? Ist die Haut gerötet? Bildet sie Schuppen oder Krusten?

Beratender Experte: Professor Michael Patrick Lux, Oberarzt der Frauenklinik im Universitätsklinikum Erlangen und Sprecher des Universitäts-Brustzentrums Franken



Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle, Fotolia/Uwe Groetzner, W&B/Ulrike Möhle

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